Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge

Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge

Caspar David Friedrich, 1807/08

Öl auf Leinwand, 115 cm × 110 cm

Das Kreuz im Gebirge, bekannter unter dem Titel Tetschener Altar, ist ein Gemälde des deutschen Malers Caspar David Friedrich. Es befindet sich heute in der Gemäldegalerie Neue Meister in Dresden.

Die Auftragssituation des Bildes ist bis heute nicht geklärt. Möglicherweise war es anfangs als Altarblatt für die Hauskapelle der Thun auf Schloss Tetschen in Böhmen gedacht oder als Geschenk für den schwedischen König Gustav IV. Adolf. Möglicherweise gab der Theologe und Schriftsteller Ludwig Gotthard Kosegarten einen ersten Anstoß zu dem Bild, als er ein neues Altarbild für seine Kirche in Rügen wünschte, das aber später von Philipp Otto Runge ausgeführt wurde.

Das Bild war 1808 vollendet und wurde vor einer weißen Wand bei Kerzenlicht ausgestellt. Es hat noch heute den originalen Rahmen, der nach Angaben Friedrichs angefertigt worden ist. Seit 1921 befindet es sich in Dresden.

Der Ramdohrstreit

An dem Bild entzündete sich, ausgelöst durch einen Artikel des konservativen preußischen Kammerherrn Ramdohr über das Bild in der Zeitung für die elegante Welt vom 17.-21. Januar 1809, eine heftige Debatte über religiöse Kunst, Landschaftsmalerei und über die Installierung eines Landschaftsbildes als Altarbild.

Rahmdohr bemängelt an dem Bild einen Mangel an Raumtiefe, eine unklare Perspektive und eine falsche Lichtführung, das heißt, sein Abweichen von den Traditionen der Landschaftsmalerei. Landschaftsdarstellung eigne sich nicht für eine Allegorie und sei grundsätzlich untauglich für ein Altarbild. Er schreibt:„In der Tat ist es eine wahre Anmaßung, wenn die Landschaftsmalerei sich in die Kirchen schleichen und auf Altäre kriechen will“. Zudem löse Friedrichs Tetschener Altar eine „pathologische Rührung“ im Betrachter aus. Als alter Anhänger der Aufklärung und des Klassizismus rechnet Ramdohr hier mit der Romantik ab. Ramdohrs Polemik stieß mehrheitlich auf Ablehnung, seine Gegner sahen sich aber ihrerseits gezwungen, ihre eigenen ästhetischen Vorstellungen über romantische Malerei im allgemeinen und die Prinzipien der Landschaftsmalerei im besonderen zu durchdenken und zu formulieren.

Friedrich antwortete im gleichen Jahr auf die Polemik mit einer eigenen Bildinterpretation, der 1809 eine weitere, von der ersten abweichende Fassung folgte, die im Journal des Luxus und der Mode veröffentlicht wurde. In seiner ersten Interpretation sieht er das Kreuz auf einer Scheidewand zwischen Hell und Dunkel, wobei er sich auf eine Auslegung des Korintherbriefs des Apostels Paulus beruft. Wie ein Gnadenbild drücke das Bild ein heilsgeschichtliches Versprechen aus – hier symbolisiert durch die aufgehende Sonne. In der zweiten, zutiefst pessimistischen Interpretation beschreibt er das Bild – einschließlich des Rahmens – als Darstellung einer gottverlassenen Welt, symbolisiert durch eine untergehende Sonne.

Die Kritik Ramdohrs ist zu sehen im Rahmen der Auseinandersetzung der Zeit über den Begriff des Erhabenen bzw. des Sublimen und bewegt sich auf einem hohem Niveau der zeitgenössischen Debatte über Ästhetik.

Quelle: Wikipedia

Gemälde „Caspar David Friedrich: Das Kreuz im Gebirge“  in hoher Auflösung, als elektronische Grußkarte und als Schiebepuzzle

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