Tizian: Himmelfahrt der Maria

Tizian: Himmelfahrt der Maria

Tizian, 1516-1518

Öl auf Holz, 690 cm × 360 cm

Mariä Himmelfahrt ist ein Ölgemälde des berühmten italienischen Malers Tizian. Ebenfalls sehr bekannt ist es unter dem Namen Assunta. Tizian malte es von 1516 bis 1518. Heute befindet es sich in der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig. Mit einer Höhe von 6,90 m und einer Breite von 3,60 m ist es das größte Altargemälde der Stadt und zugleich das größte jemals von Tizian gemalte Werk. Es wurde, wie für Hochaltäre dieser Größe allgemein üblich, mit Öl auf Holz ausgeführt.

Bildbeschreibung

Der Bildaufbau des Hochaltars ist klar erkennbar. Er ist sorgfältig auf die Architektur des Rahmens abgestimmt. Insgesamt unterteilt sich das Ölgemälde je nach Definitionsart in zwei beziehungsweise drei Ebenen.

Hierbei bildet die erdgebundene, massig dichte Apostelgruppe ein Rechteck. Ihre mächtige physische Darstellung ist möglicherweise ein Widerhall von Michelangelos Werken in der Sixtinischen Kapelle. Bei den Aposteln sind ebenfalls ikonographische Bezüge zu der Farbigkeit Raffaels erkennbar. Die Jungfrau Maria schwebt über diesem Rechteck auf dem Halbkreis einer Engelswolke. Dieser wird durch den Rahmen zu einem die Ewigkeit symbolisierenden Ring ergänzt. In diesem bewegt sich der drastisch verkürzte Gottvater, sodass alle Figuren als übereinander gestaffelt erscheinen. Diese Darstellungsweise hat den Anschein, als wollte Tizian mit aller Macht die venezianischen Traditionen durchbrechen.

Doch diese gesamte Komposition ist nicht etwa starr, sondern wird – ganz wie es Tizians Naturell entspricht – durch einen Drang nach Bewegung und Vereinigung geprägt. Die geschlossenen Figurenreihen werden durchbrochen. Es entsteht ein Dreieck, durch das die Apostel, die Jungfrau Maria und der Gottvater miteinander verbunden werden. Seine Grundlinie hat es zwischen den beiden rotgekleideten Aposteln. Dieses kann auch als eine Kombination aus zwei Zickzack-Bewegungen gesehen werden. Die erste starke, durchdringende Bewegung beginnt im Rücken des Apostels, geht über den zur Mutter Gottes ausgestreckten Arm in diese über und mündet schließlich im Gottvater. Die zweite, etwas schwächere Gegenbewegung beginnt links unten und strömt, nachdem sie sich mit der ersten vereinigt hat, in der Maria aus.

Bei dem gesamten Gemälde handelt es sich also um ein sehnsüchtiges Drängen nach oben. Typisch für Tizians Realismus ist jedoch, dass die Maria nicht emporschwebt, sondern förmlich empor getragen wird. Ihre Aufwärtsbewegung wird außerdem noch durch die Armbewegung des gestikulierenden Apostels verdeutlich. In diesem Gemälde strebt alles auf Maria zu, sowohl die heiligen Männer als auch das jubelnde Spiel der Putten finden ihren Mittelpunkt in der Figur Mariens. Maria hat ihre Arme in Richtung des Gottvaters geöffnet, jedoch ist sie gleichzeitig eine ruhende Erscheinung. Sie ist der Mittelpunkt dieses Bildes. Dadurch, dass sie nicht etwa nach oben schwebt oder hinaufstürmt, entsteht der Eindruck sie würde nach oben getragen, während sie sich selbst ganz normal bewegt. Allein die Mutter Gottes ist in diesem von Bewegung durchströmten Gemälde mit der Fülle und Identität eines Einzelwesens ausgestattet. Somit stellt sie einen Kontrast gegen ihre bewegte Umgebung und vor allem gegen die Traube von Engeln dar. Durch sie wird die Antithese von Masse und Individuum besonders deutlich. Tizian verlegte hierbei den Handlungsspielraum in eine Bildebene. Hier schuf er eine schmale Bühne, in der die Figuren dichtgedrängt beieinander stehen. Somit entsteht eine Unmittelbarkeit des Geschehens, die den Betrachter in die Aktion einbezieht und damit die Wirkung des Gemäldes deutlich beeinflusst. Außerdem wird das Herausgreifen eines einzelnen Individuums erschwert. Auch dies führt zu einem Zustand höchster Bewegtheit, von dem sich die Santa Maria Gloriosa kontrastierend abhebt.

Quelle: Wikipedia

Gemälde „Tizian: Himmelfahrt der Maria“  in hoher Auflösung, als elektronische Grußkarte und als Schiebepuzzle

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