Leonardo da Vinci: Hl. Anna selbdritt

Leonardo da Vinci: Hl. Anna selbdritt

Leonardo da Vinci, ca. 1501-?

Öl auf Leinwand, 168 cm × 130 cm

Anna selbdritt ist der deutsche Titel eines Gemäldes des italienischen Malers Leonardo da Vinci. Der italienische Titel Anna Metterza bedeutet, dass auf diesem Bild drei Generationen dargestellt werden, und zwar Anna, die Mutter der Jungfrau Maria, Maria selbst und ihr Sohn, der Jesusknabe.

Das Bild ist in Teilen der Landschaft und – besonders deutlich erkennbar am Mantel Marias – nicht vollständig fertiggestellt. Leonardo hat offenbar bis zu seinem Tod an dem Bild gearbeitet. Nach Leonardos Tod im Jahre 1519 gelangte das Bild in die Sammlung Franz’ I. Der Verbleib bis 1629, dem Datum als es von Richelieu dem französischen König geschenkt wurde, ist nicht vollständig geklärt. Heute befindet es sich unter der Inventar-Nummer 776 im Pariser Louvre.

Auftraggeber

Wer der ursprüngliche Auftraggeber des Bildes sein könnte, ist bisher wegen eines Mangels an Quellen nicht zu belegen. Es könnte als Altarbild der Servitenmönche von SS. Annunziata in Florenz vorgesehen gewesen sein oder aber es gab keinen Auftraggeber. Gearbeitet hat Leonardo an dem Gemälde noch bei seinem zweiten Aufenthalt in Mailand. Er scheint dabei im französischen König Ludwig XII. einen Interessenten gefunden zu haben. Arasse geht davon aus, dass der französische König Ludwig XII. das Bild während seines Aufenthalts im Herbst 1499 in Mailand bei Leonardo selbst in Auftrag gegeben hat. Einerseits sei der Kult um die Heilige Anna im damaligen Europa außerordentlich verbreitet gewesen, und außerdem habe der König im Januar 1499 Anne de Bretagne geheiratet. Diese hatte am 15. Oktober eine Tochter, Claude de France, geboren. Anna galt damals als Schutzpatronin der jungen Eheleute, der unfruchtbaren und der schwangeren Frauen und sie wurde in der Bretagne besonders verehrt. Bei seiner Übersiedlung nach Frankreich hat Leonardo das immer noch unvollendete Bild mitgenommen.

Beschreibung

Das Bild zeigt eine Gruppe von drei Personen vor einer gebirgigen Landschaft. Im Bildzentrum sitzt die Jungfrau Maria auf den Knien ihrer Mutter Anna. Zu ihren Füßen spielt der Jesusknabe mit einem Lamm. Er versucht auf das Lamm zu klettern, das sich jedoch dagegen sträubt. Maria beugt sich vor, um den Knaben, der gerade aus ihren Armen geschlüpft ist, zurückzuholen, während Anna die Szene lächelnd und in vollkommener Ruhe beobachtet.

Anna stützt ihren linken Arm in die Hüfte. Ihr Hinterkopf ist mit einem grauen Schleier bedeckt, sie trägt ein langärmliges graues Kleid, ein dezenter Hinweis auf ihre Witwenschaft. Vom Aussehen der beiden Frauen, die im Alter nur wenig unterschieden sind, könnte man nicht auf ein Bild von Mutter und Tochter schließen. Maria trägt ein rotes Kleid mit tiefen Decollete und kurzen Ärmeln. Es ist am Ausschnitt mit einer Rüsche eingefasst. Ihr graues Unterkleid, das den ganzen Arm bedeckt, ist so zart und durchscheinend wie ein Schleier. Hüften und Unterkörper sind verhüllt von einem weiten blauen Mantel. Maria trägt, anders als auf vielen Madonnenbildern der Zeit, keinerlei Schmuck. Auch ihr dunkles Haar ist nicht von dem üblichen weißen Kopftuch einer Madonna bedeckt.

Der Erdboden und die Landschaft sind felsig, fast ohne Zeichen von Vegetation oder Spuren menschlichen Lebens. Der Boden im Vordergrund ist steinig, zwei grob gefügte Stufen sind zu erkennen. Die folgende im Dämmerlicht liegende Ebene scheint seltsam gestaltlos und gehört möglicherweise zu den vom Maler nur grob angelegten Partien, die nicht vollendet wurden. Bis zur Kopfhöhe Annas steigt in der Ferne eine schroffes Felsengebirge empor, das sich in einem grauen Sfumato verliert. Der Horizont liegt in dem Bild auffallend hoch, was die hieratische Ausstrahlung der Gruppe betont.

Einziges Zeichen kraftvollen Lebens in dieser öden Landschaft ist der kräftige gesunde Baum, der hinter dem Jesusknaben empor wächst. In der christlichen Kunst des Abendlandes kann der Baum das ewige Leben symbolisieren oder die Überwindung des Todes durch Christus.

Quelle: Wikipedia

Gemälde „Leonardo da Vinci: Hl. Anna selbdritt“  in hoher Auflösung, als elektronische Grußkarte und als Schiebepuzzle

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